Heiligabend
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Über Heiligabend
Heiligabend am 24. Dezember bildet im deutschsprachigen Raum den emotionalen Auftakt des Weihnachtsfestes und ist der zentrale Abend für Feiern im Familienkreis.
Geschichte
Die Tradition, den Heiligen Abend am 24. Dezember zu begehen, wurzelt in der kirchlichen Liturgie, nach der ein neuer Festtag bereits mit dem Sonnenuntergang des Vorabends beginnt. Der Vorabend diente als sogenannte Vigil der geistlichen Einstimmung auf das Hochfest der Geburt Christi am 25. Dezember.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Charakter des Tages im deutschsprachigen Raum grundlegend. Durch das Biedermeier etablierte sich Heiligabend als intimes Familienfest mit festlich geschmücktem Tannenbaum, gemeinsamem Singen und der gegenseitigen Bescherung in den eigenen vier Wänden.
Bräuche & Feiern
In vielen deutschen Haushalten beginnt der Heiligabend nach den letzten Vorbereitungen mit dem Besuch einer Christvesper oder Christmette. Am Spätnachmittag oder Abend kommt die Familie zusammen, um Kerzen am Weihnachtsbaum zu entzünden, Geschenke auszutauschen und gemeinsam zu essen. Die Speisen reichen regional von schnellen Klassikern wie Kartoffelsalat mit Würstchen über Fondue und Raclette bis hin zu Karpfen.
Wussten Sie schon?
- Gemäß Befragungen des Forsa-Instituts im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland ist Kartoffelsalat mit Würstchen für rund ein Fünftel der Haushalte das bevorzugte Essen an Heiligabend.
- Der 24. Dezember ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag; nach dem Bundesgesetz über den Ladenschluss müssen Verkaufsstellen an Werktagen jedoch spätestens um 14:00 Uhr schließen.
- Die Vorstellung vom Gabenbringer unterscheidet sich regional: Im Süden und Westen bringt meist das Christkind die Geschenke, während im Norden und Osten häufiger der Weihnachtsmann genannt wird.
Heiligabend — Datum nach Jahr
Häufige Fragen
Ist Heiligabend in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, der 24. Dezember ist ein regulärer Werktag. Geschäfte schließen jedoch am Nachmittag früher, und viele Betriebe gewähren ihren Beschäftigten halbe oder ganze freie Tage über betriebliche Regelungen oder Tarifverträge.
Warum werden die Geschenke in Deutschland am 24. Dezember ausgepackt?
Dies geht auf die historische Tageszählung der Kirche zurück, nach der der Festtag am Vorabend begann. Zudem verlagerte Martin Luther im 16. Jahrhundert die Gabenbringung vom St.-Nikolaus-Tag auf den Weihnachtsabend.
Warum isst man an Heiligabend oft Kartoffelsalat mit Würstchen?
Der Brauch rührt von der einstigen christlichen Adventsfastenzeit her, die erst mit dem 1. Weihnachtsfeiertag endete. Am Vorabend wurde daher eine einfache, rasch zubereitete Mahlzeit aufgetischt, ehe an den Feiertagen der aufwendige Braten folgte.