Tag der Arbeit
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Über Tag der Arbeit
Der Tag der Arbeit am 1. Mai ist in allen 16 deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Er verbindet den historischen Gedenk- und Demonstrationstag der Arbeiterbewegung mit vielfältigen regionalen Frühlingsbräuchen.
Geschichte
Die Wurzeln des 1. Mai liegen im Kampf der US-amerikanischen Arbeiterbewegung des lateinischen 19. Jahrhunderts. Am 1. Mai 1886 traten dort Hunderttausende Beschäftigte in den Streik, um die Durchsetzung des Achtstundentags zu fordern. Die nachfolgenden Auseinandersetzungen beim Haymarket-Aufstand in Chicago veranlassten die Zweite Internationale im Jahr 1889 dazu, den 1. Mai ab 1890 weltweit als internationalen Kampftag der Arbeiterschaft auszurufen. In Deutschland beteiligten sich bereits 1890 rund 100.000 Menschen trotz drohender arbeitsrechtlicher Sanktionen an sogenannten Maispaziergängen.
In der Weimarer Republik erklärte die Nationalversammlung den 1. Mai 1919 einmalig zum gesetzlichen Feiertag. Dauerhaft gesetzlich verankert wurde das Datum 1933 unter den Nationalsozialisten, die den Tag jedoch als Feiertag der nationalen Arbeit ideologisch vereinnahmten und bereits am 2. Mai 1933 die freien Gewerkschaften gewaltsam zerschlugen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestätigte der Alliierte Kontrollrat den Feiertag. In den folgenden Jahrzehnten etablierte er sich sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR als fester Bestandteil des Kalenders.
Bräuche & Feiern
Neben den traditionellen Kundgebungen, Demonstrationen und Reden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) prägen viele Frühlingsbräuche den Feiertag. Am Vorabend wird am 30. April vielerorts mit Musik und Festen „in den Mai getanzt“. In vielen Regionen stellen Gemeinden, Vereine oder Nachbarschaften bunt geschmückte Maibäume auf. Zudem nutzen viele Menschen das verlängerte Wochenende oder den freien Tag für gemeinsame Maiwanderungen und Ausflüge ins Grüne, oft begleitet von festlich hergerichteten Bollerwagen.
Wussten Sie schon?
- Dass der Streik in den USA 1886 am 1. Mai begann, lag am damaligen „Moving Day“: An diesem Stichtag liefen Verträge ab und Arbeitsbedingungen wurden neu verhandelt.
- Da das Mitführen politischer Fahnen im Deutschen Kaiserreich streng reglementiert war, trugen die frühen Demonstranten eine rote Nelke im Knopfloch als Erkennungszeichen.
- Die amtliche Bezeichnung des Feiertags ist in den Feiertagsgesetzen der Bundesländer geregelt; die hessische Landesverfassung bezeichnet ihn beispielsweise als Tag des Bekenntnisses zu sozialer Gerechtigkeit, Fortschritt, Frieden, Freiheit und Völkerverständigung.
Tag der Arbeit — Datum nach Jahr
Häufige Fragen
Ist der 1. Mai in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?
Ja, der Tag der Arbeit ist ein bundesweit einheitlicher gesetzlicher Feiertag in allen 16 Bundesländern.
Warum demonstrieren Gewerkschaften am 1. Mai?
Der Tag geht auf den historischen Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und den Achtstundentag zurück. Bis heute nutzen Gewerkschaften das Datum, um auf aktuelle soziale und arbeitsmarktpolitische Anliegen aufmerksam zu machen.
Welche Bräuche gehören zum 1. Mai?
Zu den bekanntesten Bräuchen zählen der „Tanz in den Mai“ am Vorabend, das Aufstellen von Maibäumen sowie Maiwanderungen und Ausflüge.