Reformationstag
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Über Reformationstag
Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an den Beginn der kirchlichen Erneuerungsbewegung durch Martin Luther im Jahr 1517. Ein gesetzlicher Feiertag ist er in den neun Bundesländern Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Geschichte
Laut der Überlieferung schlug der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Auch wenn historisch umstritten ist, ob dieser symbolische Akt tatsächlich physisch stattfand oder Luther die Texte primär per Brief an Bischöfe verschickte, markiert das Datum den Auslöser für die europäische Reformation und die spätere Entstehung der evangelischen Kirche.
Ein einheitlicher Gedenktag etablierte sich erst im 17. Jahrhundert: Im Jahr 1667 ordnete Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen an, das Reformationsgedenken jährlich am 31. Oktober zu begehen. Während der Tag in den ostdeutschen Ländern seit der Wiedervereinigung gesetzlicher Feiertag ist, führten Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein den Feiertag im Jahr 2018 dauerhaft ein.
Bräuche & Feiern
Evangelische Kirchengemeinden begehen den Tag mit festlichen Gottesdiensten, in denen häufig das von Luther gedichtete Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ gesungen wird. In Mitteldeutschland gehört zudem das sogenannte Reformationsbrötchen zur Tradition: Das Gebäck aus süßem Hefeteig mit einem Klecks roter Konfitüre symbolisiert die Lutherrose, das persönliche Siegel des Reformators. Da der Reformationstag auf dasselbe Datum wie Halloween fällt, treffen an diesem Abend traditionelles kirchliches Gedenken und moderne Kostümumzüge aufeinander.
Wussten Sie schon?
- Im Jahr 2017 war der Reformationstag anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Thesenanschlags einmalig ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag.
- Das traditionelle Reformationsbrötchen besitzt meist vier statt fünf Spitzen, da die exakte Form der fünfblättrigen Lutherrose gebäcktechnisch schwer umzusetzen war.
- In Baden-Württemberg ist der 31. Oktober zwar kein gesetzlicher Feiertag, durch das dortige Feiertagsgesetz aber grundsätzlich ein schulfreier Tag.
- Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen bestimmte 1667 das Datum des 31. Oktobers offiziell als verbindlichen Gedenktag der Reformation.
Reformationstag — Datum nach Jahr
Häufige Fragen
In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag?
Der Reformationstag ist in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag.
Ist der 31. Oktober in ganz Deutschland arbeitsfrei?
Nein, in den verbleibenden sieben Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland) ist der Reformationstag ein gewöhnlicher Werktag.
Hat Martin Luther seine 95 Thesen wirklich an die Kirchentür genagelt?
Ob Luther die Thesen tatsächlich mit dem Hammer festnagelte, ist unter Historikern umstritten. Gesichert ist, dass er sie am 31. Oktober 1517 schriftlich an kirchliche Würdenträger versandte, um eine akademische Diskussion anzuregen.
Welcher Feiertag folgt direkt auf den Reformationstag?
Am 1. November folgt das katholische Hochfest Allerheiligen, das in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein gesetzlicher Feiertag ist.